Description
Book SynopsisDer vorliegende Band versammelt die Arbeiten von spanischen und österreichischen Literaturwissenschaftlern, die im Rahmen eines von Marisa Siguán (Universität Barcelona) und Karl Wagner (Universität Wien) geleiteten bilateralen Forschungsprojekts intertextuelle und interkulturelle Beziehungen zwischen österreichischer und spanischer Literatur im 19. und 20. Jahrhundert erforscht haben. Die Beiträge des Bandes konzentrieren auf folgende symptomatische Aspekte der literarisch-kulturellen Entwicklung in Spanien und Österreich: - auf Differenzen, Besonderheiten und unterschiedliche Prozesse, die Epochenbegriffe wie Realismus und Fin de siècle nachhaltig transformiert haben. - auf das dynamische Verhältnis von Zentrum und Peripherie in den literarischen Manifestationen, das in besonderer Weise vergleichende Kultur-Analysen herausfordert. - auf Bewältigungsversuche des Horrors der Geschichte in der Literatur beider Länder, die ein fundamentales Thema für die Literatur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts darstellt. Dabei interessiert insbesondere auch die Frage, inwieweit sich bei den Tätern und deren Nachfahren ein Bewusstsein von dem gebildet hat, was sie taten; Versuchen, die Monstrosität der je eigenen Vergangenheit revisionistisch zu verharmlosen und mit einer selbstzufriedenen Geschichtslosigkeit kompatibel zu machen, gilt besondere kritische Aufmerksamkeit.
Trade Review”…a welcome contribution to the comparative debate.” in: Modern Language Review, Vol. 101, No. 3, 2006
Table of ContentsEinleitung I. Last der Tradition – Kunst des Erbens Karlheinz ROSSBACHER: Von Gott und Welt zu Doña Perfecta: Ludwig Anzengruber liest Benito Pérez Galdós Fritz Peter KIRSCH: Terra Baixa, Tiefland und das Österreichbild des Rudolf Lothar Karl WAGNER: Cervantinische Spuren bei Sigmund Freud und den frühen Psychoanalytikern Arno DUSINI: Sancho Pansa Kafka Don Quijote Alfonsina JANÉS: Hofmannsthals schwierige Beziehungen zu Calderón: Semiramis Martin ADEL: Klassische Erbschaften II. Ansichten und Topographien der Moderne Verena BERGER: Mit den Augen eines spanischen Schriftstellers: Juan Valera als Diplomat im Wien des Fin de siècle Norbert BACHLEITNER: Spanisches bei Hermann Bahr Alfonsina JANÉS: Die Geburt des Welttheaters aus dem Geiste Hofmannsthals Teresa VINARDELL: Von Grenzgängern und Ausgegrenzten. Transgression bei Raimon Casellas’ Els sots feréstecs und Franz Werfels Die schwarze Messe. Ulrike TANZER: “Die Dichter aus ihren Malern ableiten…” Zu Elias Canettis Goya – Rezeption Michael PFEIFFER: Zwei Spanienbilder und drei Bilder aus Spanien: Joseph Roth III. Horror der Geschichte – Literarische Bewältigungsversuche Brigitte JIRKU: “Es ist Mord”: Liebesdiskurs in Ingeborg Bachmanns Todesarten-Zyklus und Elena Sorianos Trilogie Mujer y hombre Verena BERGER: Wider das Vergessen: K.L.Reich von Joaquin Amat Piniella. Über KZ-Literatur in Katalonien. Georg PICHLER: Exotik Holocaust: Holocaust und Drittes Reich in neuen spanischen Romanen Marisa SIGUÁN: „Bethsaïda, la piscine des cinq galeries“: Literarische Tradition und Schweigen im Werk von Jorge Semprún und Jean Améry Karlheinz ROSSBACHER: Christoph Janacs: Schweigen über Guernica oder Wie man Bilder zum Sprechen bringt. Eine Einführung zu einer Dichterlesung IV. (Dis) Kontinuitäten Fritz Peter KIRSCH: Mercè Rodoreda in Wien Teresa VINARDELL: Todernst. Das Makabre bei H.C. Artmann und García Lorca Ulrike STEINHÄUSL: Wilhelm Musters Spanienbild Karl WAGNER: “Lieblingsheiliger”? San Juan de la Cruz in der österreichischen Literatur nach 1945 Mireia CALVET: Transkulturelle und transversale Vorzüge der Arbeit mit Jandlschen Texten für eine Heuristik der deutschen Phonologie an der Universität Barcelona