Description

Book Synopsis
Bewähren sich vor 1720 noch die Wissenschaften der Nationen als der ursprüngliche Gegenstand der Literaturkritik, so ändert sich dies im Lauf des Jahrhunderts: Die Literaturbesprechung wendet sich Romanen, Dramen und Gedichten zu und etabliert am Ende die Literaturgeschichten, die uns noch heute beschäftigen. Die Literaturbetrachtung gewinnt mit den poetischen und fiktionalen Schriften einen Gegenstand, mit dem sie sich bis in den Schulunterricht ausbreiten kann. Gleichzeitig verändert sie den Markt, dem sie sich zuwendet. Im Blick auf das Romanangebot des frühen 18. Jahrhunderts wird dies deutlich: Einen skandalösen, aktuellen, ungemein europäischen Markt nehmen die Leser in Leipzig wie in London vor 1720 wahr, wenn sie den Romanmarkt berühren - einen Markt, der sich gegenwärtig als historischer und politischer unter kaum erträglichen Manieren den privatesten Nutzungen anbot. Die vorliegende Untersuchung unterstellt, daß die Literaturbetrachtung diesen Markt - an seiner Reform interessiert - von Anfang an disqualifizierte. Ein breites Aufgebot an Zeitzeugnissen, unter denen sie das Angebot überblickt, stellt sie dazu den späteren Literaturgeschichtsschreibungen gegenüber. Romane, die wir gewohnt sind, getrennten nationalen Literaturen und Epochen zuzuordnen, werden dabei als Produktionen eines größeren europäischen Marktes greifbar.

Trade Review
"…eine wahre Fundgrube an wichtigen Informationen und erhellenden Deutungen." - in: Literaturwissenschaftliches Jahrbuch, Vol. 45 (2004) "…eine außergewöhnlich materialreiche und reich bebilderte Studie …, die bei der Beschäftigung mit der deutsch- und englischsprachigen erzählenden Literatur der ersten Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts künftig kaum wird umgangen werden können." – Florian Gelzer, in: IASLonline, 19.2.2002 "…bleibt […] sicherlich für lange Zeit ein Standardwerk zum deutsch- und englischsprachigen ‚Roman’ am Anfang des 18.Jahrhunderts." - in: Zeitschrift für Germanistik XIII, 3 (2003)

Table of Contents
Vorwort. Einleitung. Berührungen mit der Materialbasis. Fünf Stichproben zum Ort des Romans im Buchangebot des frühen 18. Jahrhunderts. Bausteine einer positivistischen Methode, (nicht nur) Literatur zu betrachten. 1. Die Literaturbesprechung gegenüber dem Romanmarkt – eine Beziehung besonderer Distanz 2 Romane der Publikationsjahre 1710-20 Versuch eines Überblicks über das Angebot 2.1 Von der Atalantis zur Anmuthigen Pistophile – unter dem Titelblatt des erfundenen Romans: Historien öffentlicher Affairen 2.2 Vom Satyrischen Roman zu den Generous Rivals – unter dem Titelblatt des erfundenen Romans: Historien privater Affairen 2.3 Zwischen heroischen und satyrischen Romanen – das der Poetologie zugängliche Zentrum des Markts 2.4 Vom Roselli zu Robinson Crusoe – unter dem Titelblatt der privaten Historie: Erfindungen des Romans 2.5 Von den Briefen der DuNoyer zu Rennevilles Französischer Inquisition – unter dem Titelblatt der öffentlichen Historie: Erfindungen des Romans 3 Der in die Historie eingebettete Roman Erwähnte Primärtexte und ihre Standorte Weiterführende Literatur Ausführliches Inhaltsverzeichnis

Marteaus Europa oder Der Roman, bevor er Literatur wurde: Eine Untersuchung des deutschen und englischen Buchangebots der Jahre 1710 bis 1720

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      Publisher: Brill
      Publication Date: 01/01/2001
      ISBN13: 9789042012264, 978-9042012264
      ISBN10:

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      Book Synopsis
      Bewähren sich vor 1720 noch die Wissenschaften der Nationen als der ursprüngliche Gegenstand der Literaturkritik, so ändert sich dies im Lauf des Jahrhunderts: Die Literaturbesprechung wendet sich Romanen, Dramen und Gedichten zu und etabliert am Ende die Literaturgeschichten, die uns noch heute beschäftigen. Die Literaturbetrachtung gewinnt mit den poetischen und fiktionalen Schriften einen Gegenstand, mit dem sie sich bis in den Schulunterricht ausbreiten kann. Gleichzeitig verändert sie den Markt, dem sie sich zuwendet. Im Blick auf das Romanangebot des frühen 18. Jahrhunderts wird dies deutlich: Einen skandalösen, aktuellen, ungemein europäischen Markt nehmen die Leser in Leipzig wie in London vor 1720 wahr, wenn sie den Romanmarkt berühren - einen Markt, der sich gegenwärtig als historischer und politischer unter kaum erträglichen Manieren den privatesten Nutzungen anbot. Die vorliegende Untersuchung unterstellt, daß die Literaturbetrachtung diesen Markt - an seiner Reform interessiert - von Anfang an disqualifizierte. Ein breites Aufgebot an Zeitzeugnissen, unter denen sie das Angebot überblickt, stellt sie dazu den späteren Literaturgeschichtsschreibungen gegenüber. Romane, die wir gewohnt sind, getrennten nationalen Literaturen und Epochen zuzuordnen, werden dabei als Produktionen eines größeren europäischen Marktes greifbar.

      Trade Review
      "…eine wahre Fundgrube an wichtigen Informationen und erhellenden Deutungen." - in: Literaturwissenschaftliches Jahrbuch, Vol. 45 (2004) "…eine außergewöhnlich materialreiche und reich bebilderte Studie …, die bei der Beschäftigung mit der deutsch- und englischsprachigen erzählenden Literatur der ersten Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts künftig kaum wird umgangen werden können." – Florian Gelzer, in: IASLonline, 19.2.2002 "…bleibt […] sicherlich für lange Zeit ein Standardwerk zum deutsch- und englischsprachigen ‚Roman’ am Anfang des 18.Jahrhunderts." - in: Zeitschrift für Germanistik XIII, 3 (2003)

      Table of Contents
      Vorwort. Einleitung. Berührungen mit der Materialbasis. Fünf Stichproben zum Ort des Romans im Buchangebot des frühen 18. Jahrhunderts. Bausteine einer positivistischen Methode, (nicht nur) Literatur zu betrachten. 1. Die Literaturbesprechung gegenüber dem Romanmarkt – eine Beziehung besonderer Distanz 2 Romane der Publikationsjahre 1710-20 Versuch eines Überblicks über das Angebot 2.1 Von der Atalantis zur Anmuthigen Pistophile – unter dem Titelblatt des erfundenen Romans: Historien öffentlicher Affairen 2.2 Vom Satyrischen Roman zu den Generous Rivals – unter dem Titelblatt des erfundenen Romans: Historien privater Affairen 2.3 Zwischen heroischen und satyrischen Romanen – das der Poetologie zugängliche Zentrum des Markts 2.4 Vom Roselli zu Robinson Crusoe – unter dem Titelblatt der privaten Historie: Erfindungen des Romans 2.5 Von den Briefen der DuNoyer zu Rennevilles Französischer Inquisition – unter dem Titelblatt der öffentlichen Historie: Erfindungen des Romans 3 Der in die Historie eingebettete Roman Erwähnte Primärtexte und ihre Standorte Weiterführende Literatur Ausführliches Inhaltsverzeichnis

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